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Ich: Heiße Kai, bin Bj. 72, wohne im Raum Chemnitz/Zwickau = Erzgebirge.
Hobbys: Panda natürlich und "ältere" Sachen wie EMW R35/3 Bj. 52, Triumph T350 Bj. 30 und Zündapp-Nimbus-Eigenbau von Bj. 38/40.


 

 
Mein Auto: Ist ein Panda 1000 i.e., weiß, Bj. 06/1991, EZ 26.08.91, Erstbesitz, aktuell 97 Tkm.


Fiat Panda 1000 i.e., hier mal auf den originalen 135ern, liegt damit erstaunlich gut sofern das Fahrwerk ordentlich eingestellt ist.

Kennzeichen mit dem Kürzel "AU" für den ehemaligen "Landkreis Aue" (Sachsen) wurden ab 1991 bis Ende 1994 ausgegeben. Zuvor galt das Kennzeichensystem der ehem. DDR. Somit gehört das im Sommer 1991 ausgegebene AU-T 475 zu den ersten "West" -Kennzeichen überhaupt, die Serie begann mit AU-A 1. Nachdem der Landkreis Aue 1995 per Kreisreform mit dem "Landkreis Schwarzenberg" (SZB) fusionierte, wechselte der neu gebildete Landkreis "Aue-Schwarzenberg" zum Kennzeichen "ASZ". Seit der Kreisreform 2008 ist auch dieses Geschichte, für den "Erzgebirgskreis" wird nun "ERZ" ausgegeben. Mittlerweile sind nur noch sehr wenige Fahrzeuge mit "AU" unterwegs.

Kauf
Eigentlich hatte ich mich ja total in den aus Sicht der Jahre 1990/91 "kürzlich" gelifteten Uno verguckt, Testberichte verschlungen und Prospekte gesammelt. Doch plötzlich musste alles ganz schnell gehen, denn mein bisheriger Untersatz (Lada 2105, ein Erbstück) wurde über Nacht ein Opfer von Vandalen. Gut, man hätte es wieder hinbekommen, aber Verbräuche um 10 l mit entsprechend geringer Reichweite waren nicht die besten Voraussetzungen für kommende Aufgaben.

Da erschien also in dem Autohaus, welches die Not-OP am Lada durchführte, der Panda auf der Bühne. Eben neu zugelassen und als Vorführwagen zu dienen bestimmt. Ich erinnere mich noch genau, wie er aus der Halle gefahren wurde, und beim überfahren der Schwelle das leise Zischen der Stoßdämpfer zu hören war.

Hmm. Panda? Hatte ich nun garnicht auf der Rechnung.

Mit gewisser Skepsis brachen wir also zu seiner/meiner ersten Ausfahrt auf (km 15 bis 30) und angesichts sofortiger Verfügbarkeit und gewichtiger Argumente des Co-Finanziers (Papi) dauerte es nicht lange und ich war auf Panda umgepolt.

Hauptargument: die gleiche fire-Maschine wie im Uno, deren Existenz mich schon seit ihrem Erscheinen begeisterte, dazu die brandneue, ultramoderne, bei-jedem-Wetter-ohne-Probleme-startende Zentraleinspritzung mit geregeltem 3-Wege-Kat, für den es sogar eine Steuerbefreiung gab. Zu jener Zeit keine Selbstverständlichkeit bei Kleinwagen, aber sonst wäre das schon von der Papierform nichts geworden, mit mir und dem Panda.

Im direkten Umstieg vom Lada fielen sofort auf: Mini-Lenkrad, Mini-Handbremhebel, Mini-Schalthebel... eigentlich war alles irgendwie Spielzeug. Aber ebenso spielerisch zu bedienen, und der fire jubelte fröhlich. Der Schreck folgte allerdings auf dem Fuße, nämlich beim Thema "Bremsen ohne BKV mit 4 Personen an Bord": Ups, da tut sich ja garnichts, liegt etwas unter dem Pedal?!

Mit den Finanzen war das so eine Sache. Kleinwagen verkauften sich zu jener Zeit wie geschnitten Brot, also wurden nahezu Listenpreise aufgerufen, nur ein kleiner Nachlass für die Händlerzulassung war drin:

  • 12.680,00 DM Listenpreis für Panda 1000 i.e. MAQ 91
  • 380,40 DM Nachlass
Grundkaufpreis somit: 12.299,60 DM

Sonderausstattung werksseitig bzw. Händlernachrüstung:

  • 230,00 DM Heckscheibenwischer
  • 130,00 DM Dekor Trim-Line (war schon dran)
  • 145,00 DM Zubehör (Spritzlappen hinten, Warndreieck, Sani-Kasten usw.)
Sonstiges:

  • 700,00 DM Transport/Bereitstellung
  • 190,00 DM Zulassung
Kaufpreis gesamt: 13.694,60 DM (wären 7.001,94 Eur)

Alle Dokumente sind vorhanden, auch der Spiegelanhänger mit Hinweisen für Überführungsfahrer zum Umgang mit dem Kat. Laut Tankbuch hab ich bei km 76 das erste mal getankt.



Zubehör
Kurz nach Kauf wurden angeschafft:
  • Blaupunkt Coburg SQR 49 mit Einbaurahmen, Boxen vorn, Scharnierantenne
  • Gummifußmatten
  • Satz Schonbezüge
  • Tankdeckel abschließbar
Im Laufe der Zeit kamen hinzu:
  • A-Säulenverkleidung
  • Abarth-Holzlenkrad (ATIWE H4) und Abarth-Holzschaltknauf
  • Abdeckung Heckklappenschloss
  • Analoguhr (Preis 2001: DM 5,00!)
  • Anzünder Fiat - nur echt mit der grünen Zigarette (Nutzung als Steckdose - Nichtraucher)
  • Außenspiegel rechts, später beide ersetzt durch von innen verstellbare
  • Blaupunkt Travelpilot DX-R4, GPS-Empfänger im Armaturenbrett, Fiat-Tachogeber link
  • Blaupunkt Wechsler CDC-A03: link
  • Beleuchtung Schalter und Heizungssymbole (mit Originalteilen)
  • Blinkergläser weiß
  • Borbet A 55331, Bett poliert, Falken ZE912 175/60 R13
  • Dämmatte Motorhaube und Kofferraumboden
  • dezente Edelstahl-Auspuffblende (Reststück vom Nachbaukrümmer der Triumph)
  • Doppelte Spritzwandverkleidung (zusätzlich Kunststoffteil vom älteren Modell unter vorhandene Matte)
  • Drehzahlmesser
  • Haltegriff Fahrerseite
  • Innenspiegel abblendbar
  • Innenverkleidung Heckklappe
  • Lautsprecher in Seitenverkleidungen hinten
  • Lufthutze
  • Luftverteilerleiste innen
  • LWR elektrisch vom Y10 link, Regler umgebaut wegen Laufrichtung der Stellmotoren
  • Minikat Oberland-Mangold Euro2 link
  • Motortemperaturanzeige
  • Sonnenblenden schwenkbar
  • Türtasche rechts
  • Schaltgestänge: Befestigung in Silentblocks, spielfreie Gelenkköpfe.
Gut, so gesehen entfernt jegliches Hochrüsten den Panda von der Intention seines Konstrukteurs nach einem simplen Haushaltsgerät auf Rädern, wie es der "wahre" Panda, nämlich der 30er im Basistrim verkörpert. Aber Fiat hat es nicht anders gemacht, und so bieten Teile höherer Ausstattungen bzw. der Originalzubehörkataloge vielfältige Möglichkeiten, die vorhandenen Befestigungspunkte in der Karosserie oder werkseitig vorgesehene Modifikationen zu nutzen, z.B. LS-Ausschnitte in den hinteren Verkleidungen.

Darüber hinaus wurde bisher nichts angebohrt oder sonst irreversibel verändert. Das soll so bleiben, auch wenn es die Verwendung mancher Zubehörteile ausschließt, z.B. Radlaufverbreiterung und Heckspoiler. So ist der Auslieferungszustand bei Bedarf mit einigen Handgriffen wieder herstellbar. Dazu sind ersetzte Anbauteile eingelagert, auch modifizierte Teile nochmal im Original vorhanden, mit Ausnahme von Dingen, deren Rückbau im Sinne der Betriebssicherheit bzw. des Umweltschutzes kaum zu empfehlen ist, z.B. LWR und Minikat.



Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit:
Das wichtigste vorweg: Der Panda ist noch nie liegengeblieben (nur einmal nicht angesprungen - über Nacht war in einer Schneewehe das Auspuffendstück zugefroren) und hat auch sonst keine kostenintensiven Probleme bereitet. Gleich am Neuwagen wurden alle erreichbaren Elektroverbindungen mit Polfett geschützt. Besser hätte man gleich nach alter Väter Sitte den kompletten Hohlraumschutz aufgefrischt und erweitert, aber eine 8-jährige Durchrostungsgarantie und das Vertauen in den Fortschritt versprachen erstmal Sicherheit.



Der Verbrauch liegt i.d. R. zwischen 5 und 6 Litern, mit Tendenz zu 5 l, geringster Wert 4,9 l, höchster etwas über 6 l, also meist unter der Werksangabe von 6,2 l im Drittelmix (4,9/7,0/6,7 l bei 90/120/Stadt nach DIN 700030-1). So lassen sich mit einer Tankfüllung gut über 600 km am Stück zurücklegen, wie zum Selfkant-Treffen 2008. Ölverbrauch unmerklich, kein Nachfüllbedarf zwischen den Wechseln.

Ersetzt/repariert wurde neben üblichen Wartungen:

  • 1991: Beifahrertür nach Parkrempler. Der Verursacher hat sich leider nicht gemeldet. Kaskoschaden? Fahranfänger? Ungünstige Konstellation. Auf den Ärger folgt der Griff in die eigene Tasche
  • 1994: ESD, Gummi Schalthebelabdeckung am Unterboden (Marderbiss oder irgendwo hängengeblieben)
  • 1996: Stoßdämpfergummis hinten, Kühlerschlauch (Marderbiss), Bremsscheiben und Klötze (Rostansatz)
  • 1997: Instandsetzung Türen (Eigenleistung)
  • 1998: Windschutzscheibe Steinschlag
  • 1999: ESD (heute noch drin), Lima-Lager getauscht (13,80 ¤) und Erregerdiode nachgelötet (LKL glimmte)
  • um 2000: Heizungsventil Haarriss abgedichtet
  • 2006: Anlasser zerlegt und gereinigt
  • 2007: LWR elektrisch, Motorlager, Zahnriemenkit
  • 2008: Schutzmanschetten von Stoßdämpfern und Spurstangenköpfen.

Insgesamt also sehr übersichtlich, wie ich finde. Nur die bekannten Bläschen an den Türen trübten bereits nach 4 - 5 Jahren das Bild. Mittlerweile haben sich zwei sehr gute Türen eingefunden, aber die damalige Reparatur hält.

Langsam gehen einige Gummiteile auf das Konto von Alterungserscheinungen - normaler Verschleiß nach bald 20 Jahren.
 
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